Seefahrtsgeschichte

    Die Geschichte der Seefahrt ist fast so alt, wie die Menschheit selbst. Hier findet man Artikel zu den unterschiedlichsten Themen der Seefahrt mit Segelschiffen.
    Vieles ist über Fachbücher recherchiert, die nur noch im Antiquariat erhältlich sind.

    Five Sister Trophy Revival

    Der Marinemaler Olaf Rahardt aus Rudolstadt in Thüringen hat dieses bekannte Gemälde 2015 unter der Mitwirkung des ehemaligen Kommandanten Hans Freiherr von Stackelberg geschaffen. Es hatte aus Anlass der 200. Jahrfeier zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten 1976 ein Rennen von Hamilton nach Newport unter den 5 bauähnlichen Schulschiffen gegeben. Dieses Rennen und somit die Trophäe konnte die GORCH FOCK für sich entscheiden. Den Silberpokal hatte ein New Yorker Geschäftsmann gestiftet.

    Five Sisters 2 ©Olaf Rahardt,2015 - Ein Druck der Gauache im Format 40x60 cm kann angefragt werden.

    Eine bekannte Anekdote vom Juli 1976, nachdem von Stackelberg die Trophäe in New York entgegengenommen hatte, ist hier noch einmal wiedergegeben:

    Es war im Juli 1976. Die GORCH FOCK hatte während der 200-Jahr-Feier der USA in New York gerade die „Five Sisters Trophy“ gewonnen als schnellstes der fünf Schwesterschiffe. Stolz und in schneeweißer Uniform machte sich der Kommandant nach der Preisverleihung auf den Heimweg zur Pier 88, den Silberpokal in den Händen.

    An der erstbesten Ecke wurde das Interesse des deutschen Seemanns und erfahrenen Reiters auf zwei berittene Polizisten gelenkt. Nicht die Herren oben, sondern die Hufe unten hatten es ihm angetan. Diese waren nämlich für das Laufen auf dem harten Pflaster mit einer Gummieinlage versehen, was für den Kapitän und Pferdekenner Stackelberg recht ungewöhnlich war. Kurz darauf stand der Polizist neben ihm und forderte ihn auf, doch sein gummigedämpftes Pferd einmal selber auszuprobieren. So etwas sagt ein Reiter dem Kapitän nicht zweimal.

    Von Stackelberg wechselte kurzerhand Silberpokal gegen Pferd aus und galoppierte ein Stück an der Pier entlang. Er war vom Gehorsam des Pferdes derart beeindruckt, dass er an der polnischen DAR POMORZA vorbeiritt und Kurs auf die deutsche Bark nahm. Der leicht angetrunkene Schiffsarzt der DAR POMORZA rief ihm noch laut hinterher: „Attacke, Attacke - Krieg is los!“

    Über die Gangway der GORCH FOCK ritt der Kommandant schließlich aufs Schiff und parkte den Gaul direkt auf dem Hauptdeck. Der Polizist war begeistert, bekam deutsches Bier spendiert und schrieb sich ins Gästebuch der Gofo ein: „Police Officer Dino Martini“.

    Was von Stackelberg leider nicht bedacht hatte, war der Rückweg. Denn das Ross wieder über die Schanz und die Gangway hinab zu befördern, war wesentlich schwieriger als erwartet: Der Gaul verweigerte schlicht und einfach. Zu gut schien es ihm auf dem deutschen Schulschiff zu gefallen. Dabei verweist die Gofo-Crew entschieden darauf, dass nur der Polizist deutsches Bier bekommen hatte!
    Das Tier und der berittene Polizist waren jedenfalls am Tag darauf nicht mehr an Bord, aber in der Presse!

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    DAR POMORZA, heute Musuemschiff in Gdyna (PL). Ehemaliges Schulschiff der polnischen Handelsmarine, vormals PRINZESS EITEL FRIEDRICH des Deutschen Schulschiffvereins, gebaut bei Blohm&Voss 1910. (Foto: V. Börkewitz)

    Textquelle: EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEMS, Peter O. Walter – Originalquelle: Im Kielwasser der Gorch Fock – Ein Kommandant erinnert sich. 4. Auflage 2014 Oceanum Verlag.

    Neben der aktuellen GORCH FOCK der Deutschen Marine (siehe oben) hier die vier weiteren Schiffe.

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    GORCH FOCK (1), vormals TOWARISCHTSCH, 1933
    Die Bark liegt heute in Stralsund und wird aktuell zu einem Museumsschiff mit maritimen Erlebnischarakter ausgebaut. (Foto: V. Börkewitz)

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    USCGC EAGLE - Schulschiff der US Coast Guard,
    als HORST WESSEL 1936 bei Blohm&Voss gebaut.
    (Foto: V. Börkewitz)

     

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    MIRCEA - 1938 bei Blohm&Voss für die rumänischen Marine gebaut.
    (Foto: Spiridon IIon Cepleanu)

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    SAGRES II der portugiesischen Marine,
    1937 als ALBERT LEO SCHLAGETER bei Blohm&Voss gebaut.
    (Foto: Navio-Escola. Forças Armadas Marinha Portuguesa)

    Und dann wird da noch das Rennen von New York nach Boston im Juli 2026 sein!

    Bereits 1992, dem Columbus Gedächnis Jahr, segelten wir im Juli mit der ukrainischen TOWARISCHTSCH und 20 in Brooklyn shanghaiten Amerikanern von New York nach Boston. Die Strecke war nur als Cruise in Company der Tall Ship Races ausgelegt. Wir verließen den Hudson River so, wie die Windjammer gekommen waren, im Nebel.
    Doch es hat nichts an der Neugierde und dem unerwarteten Abenteuer, mit einem ehemaligen sowjetischen Schiff in amerikanischen Gewässern zu segeln, abgetan. Auf Reede vor dem Hafen wurde ob der unbekannten Flagge immer wieder von den Sportbootführern gefragt: "Where do you come from!" Ukrainische Flagge: noch nie gesehen! Nach der Begrüßung in Boston gab es erst einmal eine große Bestellung bei PIZZA HUT für die Mannschaft!

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    Ausguck auf der TOWARISCHTSCH ... im Nebel
    (Foto: V. Börkewitz)

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    Die Divisionsunterkunft der Kadetten, auch für die Mitsegler.
    (Foto: V. Börkewitz)