100 Jahre PADUA - 80 Jahre KRUZENSHTERN
Der erste Abschnitt stellt Szenen aus der zweiten Reise der PADUA von Juni 1927 bis Januar 1928. Entnommen sind die Fotos aus dem Tagebuch des Schiffjungen (Auszubildenden) Herbert Schrödter aus Berlin. Schrödter fuhr nur das eine Mal bei Laeisz mit der PADUA und verfolgte danach die seemännische Laufbahn nicht weiter.
Die PADUA 1944 unter Vollzeug, aufgenommen in der Ostsee. Die Viermastbark war während des 2. Weltkriegs in der Flensburger Förde auf Reede gelegen.
Laterna Magica Glasplatte_Postkarte Sammlung Kleine

Die zweite Reise der PADUA vom 10.6.1927 bis 11.1.1928 rund Kap Hoorn. Schwarz hin - Rot zurück.
Gruppenfoto der Jungen auf der zweiten Reise der PADUA 1927/28. "Am nächsten Tag treten Jungens und Jungmänner auf dem Hochdeck an. Ein Vertreter der Reederei (Laeisz) erscheint zur Begrüßung. Nach einer kurzen Ansprache mit betont fröhlicher Stimme ruft er uns dann die Suggestivfrage zu: „Na Jungens, es hat Euch doch allen gefallen, nicht wahr?“. Und prompt brüllt alles: „Jawohl!“
Aus dem Tagebuch Herbert Schrödter, Schiffsjunge

Kap Hoorn!
"Immer wieder wechseln Regen-, Schnee- und Hagelschauer ab. Die Arbeit in der Takelage ist gefährlich. Das Tauwerk ist nass und z.T. vereist. Handschuhe sind völlig sinnlos. Erstens wären sie sofort durchgeweicht und zweitens kann man nicht richtig zupacken. Wenn ich aufentere friere ich zuerst entsetzlich an den Händen, aber wenn ich dann oben bin, sind sie schon wieder warm. Es ist ein scheußliches Wetter, aber es hätte alles noch viel schlimmer sein können."

Valparaiso, Avenida Brasil aufgenommen am 24.9.2027
"Die Hafenzeit in Valparaiso war die schönste von allen. Auch die Stadt selbst. Asphaltierte Straßen, Omnibusse, Straßenbahnen, Parkanlagen, Plätze. Macht den Eindruck einer angehenden Großstadt. ...
Einmal während eines Landurlaubs treffe ich den Kapitän. Er ging auf der anderen Straßenseite. Da ich kein Geld mehr hatte, lief ich zu ihm hinüber und pumpte ihn um 5 Mark an. Er zog seine wohlgefüllte Brieftasche und gab mir das Geld. Leider hat er es mir von der nächsten Heuer abgezogen. Wir Jungen bekamen monatlich 5,00 RM Heuer, die unsere Eltern aber vorher (mit den 500 Mark Ausbildungsgeld) eingezahlt hatten. Diese paar Mark reichten in den Häfen nur für ein paar Postkarten und ein paar Glas Bier. Dann war es weg."
Im Juli 1944 wurden auf der PADUA in der Ostsee Szenen des deutschen Filmklassikers „Große Freiheit Nr. 7“ gedreht (Foto oben).
Nach der Kapitulation der Wehrmacht und dem Ende des 2. Weltkrieges ging die PADUA als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Am 12.1.1946 wurde sie zusammen mit dem Segelschulschiff KOMMODORE JOHNSEN (heute SEDOV) des Norddeutschen Lloyd, Bremen, in Swinemünde an die sowjetische Marine übergeben. PADUA wurde in KRUZENSHTERN umgetauft, nach Adam Johann von Krusenstern, einem deutsch-baltischen Admiral, der die erste Weltumseglung (1803-1806) unter russischer Flagge durchgeführt hatte.
Die Viermastbark KRUZENSHTERN durchlief bis 1973 mehrfach Wandlungen durch lange Werftaufenthalte. Letzendlich kam sie unter die Führung des sowjetischen Fischereiministeriums und wurde Ausbildungsschiff für den seemännischen Nachwuchs.
Eine erste Weltumseglung der KRUZENSHTERN als Segelschulschiff im Jahr 1995/96 mit der Umrundung des Kap Hoorn soll mit den folgenden Bildern an dieses Ereignis erinnern!

Am 17. Dezember 1995 fanden in Russland Parlamentswahlen statt. Um auch den Weltumseglern die Möglichkeit zu geben, sich an der Wahl zu beteiligen, wurde an Bord der KRUZENSHTERN schon am 8. Dezember gewählt.
An Bord gab es Deutschunterricht für interessierte Mannschaftmitglieder, geleitet von unserem ehemaligen TSFD Mitglied Imke. (Foto)

Segelmavöver an Bord (Foto D.-P. Kleine)

Kadetten auf der KRUZENSHTERN verabschieden sich von Talcahuano, Chile.

Besonders bei rauem Wetter sind immer "All hands" gefragt. (Foto: D.-P. Kleine)

Die Glocke auf dem Vorschiff mit beiden Schiffsnamen.
Foto: D.-P. Kleine


