Rost, Wind und Weizen ... klicke hier und Du siehst mehr
Es sind vorrangig die Erikson Schiffe, welche in diesem Buch zu Worte kommen, bzw. die Besatzungen der OLIVEBANK, LAWHILL, HERZOGIN CECILIE, POMMERN, WINTERHUDE, PAMIR, PASSAT, MOSHULU und PEKING, um nur einige zu nennen. Über diese Schiffe und ihre Reisen gibt es am Ende der großen Ära der Windjammer, der frachtfahrenden Segelschiffe, schriftliche Aufzeichnungen und Bücher bekannter Schriftsteller wie Alan Villiers, Eric Newby oder Heinrich Hauser.

Grüne Seen schaufelten sich über die Reling ... (Zeichnung A. Köpke)

Frischer Proviant wird an Bord des auf Reede liegenden Seglers gebracht: "Jeder Porker quiekte und protestierte wild..." (Zeichnung: Borchers(Köpke)
Es sind aber weniger die bekannten Schriftsteller, welche in diesem Buch zitiert werden, sondern mehr Aufzeichnungen von "echten" Besatzungsmitgliedern der Segelschiffe.
Der Autor Andreas Köpke hat in Antiquariaten alle noch auffindbaren englischsprachigen Reiseberichte aus der letzten Epoche der Frachtsegler mit der für diese Schiffsgattung noch lukrativen Fracht, dem Weizen, gekauft, gelesen und für dieses Buch übersetzt. Die Berichte stammen von Finnen, Briten, Kanadiern, Amerikanern, Schweden und Australiern.
Der Schwerpunkt von "Rost, Wind und Weizen" ist die Schilderung des Lebens und der Arbeit der Mannschaften an Bord der Segler in den verschiedenen Phasen typischer Reisen nach Südaustralien und zurück Richtung Europa. Kurze und auch etwas längere Kapitel erzählen von Ereignissen, die man so nie vermutet, traurige Episoden, von harter Arbeit und schwerem Wetter bis hin zu Seemansgarn.
Dabei nimmt die Viermastbark HERZOGIN CECILIE, der berühmteste da schnellste Segler der Erikson Flotte, einen breiten Raum ein. Köpcke hatte Gelegenheit, Sven Erikisson's inzwischen betagte Tochter Freya und seine Enkelin auf den Åland Inseln zu treffen.

Sven Eriksson richtet seine Blick konzentriert auf eines der Marssegel - Linolschnitt von seiner Enkelin Britt Gow

Paik ging in die Seefahrtsgeschichte der Ålands ein. (Zeichnung: C. Borchers)
Das Buch ist ein gelungenes "Nachschlagewerk", aber man kann es auch gut von vorne bis zum Schluß lesen. Die Zeichnungen und Grafiken sind eine wunderbare Ergänzung zum Text, statt Fotos, welche selten eine beschriebene Situation an Bord der Schiffe und an Land wiedergeben können.
So zum Beispiel über den Schiffshund Paik an Bord der HERZOGIN CECILIE. Pamela Eriksson berichtet: "es gab nichts, was Paik mehr liebte als "Besorgungen Erledigen" - natürlich für seinen Herrn (Kapitän Sven Eriksson)". Welche Begebenheit vor den Kapitänen anderer Erikson-Segler sich an Bord der Viermastbark ereignete, im Buch auf Seite 106 und 107 beschrieben, ging in die Seefahrtsgeschichte der Ålands ein.
